Über das (unnötige) Leid – die Theodizee-Diskussion

14. November 2013 Theologie
von Matija Vudjan
In diesen Tagen erschüttert uns alle die Sturmkatastrophe auf den Philippinen. Fast 3000 Menschen sind nach bisherigen Einschätzungen gestorben; Hunderttausende haben kein Dach mehr über ihrem Kopf und müssen ohne sauberes Wasser und Strom auskommen.
In religiösen und theologischen Diskussionen wird im Zusammenhang mit solchen Tragödien immer wieder die Theodizeefrage gestellt, also die kritische Anfrage, wie Gott solch ein Leid zulassen könne, wenn er doch allmächtig und gütig sei.

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Nachtrag zu „Deutschland ist nicht der Nabel der Welt“ (23.09.13)

6. Oktober 2013 Ethik, Theologie
von Matija Vudjan
Vor zwei Wochen habe ich einen Kommentar zum Interview mit Papst Franziskus, das in vielen theologischen Zeitschriften erschienen ist, geschrieben. In diesem Interview (nachlesen könnt ihr es noch einmal hier) erklärt der Pontifex maximus seine Vision von der Zukunft der Kirche, bleibt aber bezüglich konkreter Pläne etwas vage. Ich habe in meinem Kommentar deswegen die Schlussfolgerung gezogen, dass die unterschiedlichen Reaktionen in der Welt auf das Interview verdeutlichen, dass die zentrale Fragestellung für die Zukunft ist, wie man die vielen Teilkirchen in der einen Universalkirche vereinen kann. In eben dieser „Prognose“ sehe ich mich inzwischen bestätigt.

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Ein Verrat an sich selbst

2. Oktober 2013 Ethik, Theologie
von Matija Vudjan
Gestern ist der letzte Teil der Memoiren von Hans Küng, einem international angesehenen Theologen und Kirchenkritiker, erschienen. Der Tübinger Professor, der seit längerer Zeit schwer krank ist, schreibt in „Erlebte Menschlichkeit“, dass er sich durchaus vorstellen könne, sein Leben durch Sterbehilfe zu beenden, um ein letztes Mal gegen die Amtskirche zu protestieren. Ist aber eine solche Tat Protest an der Kirche? Oder nicht viel mehr Verrat an sich selbst?

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Deutschland ist nicht der Nabel der Welt

23. September 2013 Gesellschaft, Theologie
von Matija Vudjan
In vielen theologischen Zeitschriften ist am Freitag ein Interview mit Papst Franziskus erschienen, das schon jetzt weltweit, vor allem auch hier in Deutschland, für Furore sorgt. Unter dem Stichwort des Neuen Weges setzt sich der Papst für eine Öffnung der Kirche hin zu geschiedenen Gläubigen und Homosexuellen und plädiert außerdem dafür, Frauen stärker in die Kirche einzubeziehen. Theologisch entscheidend sind aber nicht die Aussagen des Papstes im Interview, sondern die weltweiten Reaktionen darauf.

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„Atheismus“ und Todesanzeigen

13. August 2013 Gesellschaft, Theologie
von Matija Vudjan
Neulich habe ich mich in der Uni mit einem Kommilitonen aus der Germanistik über Todesanzeigen unterhalten. Das mag für Germanistikstudenten vielleicht ein komisches Thema sein, hatte aber folgenden Hintergrund: Der klassische klischeehafte Student der Germanistik ist prinzipiell immer Atheist. Woran das liegt, ist bisher nicht erwiesen – ein Grund könnte vielleicht sein, dass Goethe, den man wohl als Idol aller Germanisten bezeichnen kann (Achtung: Ironie!), nach heutigem Verständnis als Atheist eingeordnet werden muss.

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