Frohe Ostern!

31. März 2013 Theologie
von Matija Vudjan
Ich wünsche euch – allen meinen Freunden, Bekannten, Lesern und Verfolgern dieses Blogs – ein frohes und gesegnetes Osterfest! Weil die Bedeutung dieses Festtages in unserer immer stärker profan werdenden  und säkularisierten Gesellschaft immer undeutlicher wird, möchte ich ein paar kurze Gedanken dazu verlieren.

Für uns Menschen ist das Ostergeschehen sicherlich nur schwer fassbar. Zumal es – ganz im Gegenteil zu Weihnachten – etwas vollkommen transzendentes enthält. An Weihnachten feiern wir die Geburt des Sohnes Gottes – ein menschlich erklärbares Geschehen. Von jeher war es üblich, die Geburt eines Menschen als freudiges Ereignis anzusehen und somit auch zu feiern.

Deutlich schwerer fällt es uns aber, Ostern zu feiern. Verständlich, wenn man mit seinen menschlichen Verstand nicht verstehen – und schon gar nicht erklären kann, was geschehen ist: Gott, der zum Mensch geworden ist und auf brutalste Weise umgebracht wurde, ist von den Toten auferweckt worden! Auch der zeitliche Abstand von drei Tagen zwischen Tod und Auferweckung ist da sicher nicht hilfreich.

Und dennoch ist Ostern von größter Bedeutung. An Ostern siegt das Leben endgültig über den Tod. Ohne Ostern sind sowohl Geburt als auch Tod Jesu bedeutungslos. Ohne das Ostergeschehen hätte der christliche Glaube keine Legitimation. Kurz gesagt: Ostern ist der Ursprung allen christlichen Seins!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen noch einmal ein frohes und gesegnetes Osterfest sowie ein paar besinnliche Ostertage.

Zum Tanzverbot an Karfreitag

29. März 2013 Ethik, Gesellschaft, Theologie
von Matija Vudjan
The same procedure as every year… So ähnlich könnte man das Geschehen beschreiben, das sich inzwischen jährlich wiederholt. Religionskritiker fordern an den Tagen vor Karfreitag vermehrt, das an dem Tag geltende Tanz- und Feierverbot aufzuheben – und propagieren diese Forderung lautstark in den Medien (siehe hier). Bochumer Atheisten gehen dieses Jahr sogar noch weiter: Obwohl am stillen Feiertag Karfreitag auch ein generelles Versammlungsverbot gilt, wollen sie erstmals den religionskritischen Film Das Leben des Brian in aller Öffentlichkeit zeigen (siehe hier).

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Aus jeder Krise gibt es einen Ausweg

25. Januar 2013 Ethik, Gesellschaft, Theologie
von Matija Vudjan
Sobald es in den Medien der katholischen Kirche gegenüber eine negative Berichterstattung gibt, folgt kurz darauf eine Welle der Entrüstung und in vielen Fällen auch eine Welle von Kirchenaustritten. In meinem letzten Kommentar vom Dienstag habe ich – leicht überspitzt – geschrieben, dass dies für die Kirche sogar gut sei. Warum dies so ist, möchte ich heute in diesem Essay auf systematisch-theologischer Ebene erörtern.

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Wie von der Tarantel gestochen

22. Januar 2013 Gesellschaft, Theologie
von Matija Vudjan
Ruhig geworden war es in der letzten Zeit um die katholische Kirche in den deutschen Medien. Fast schon zu ruhig, könnte man meinen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum in den letzten Wochen zwei neue „Skandale“ rund um die Kirche entstanden sind.

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Karfreitag – ein Tag wie jeder andere?!

22. April 2011 Gesellschaft, Theologie
von Matija Vudjan

Für viele Christen auf der ganzen Welt ist der heutige Tag, Karfreitag, ein Tag der Trauer und der Besinnung. Auch der deutsche Staat, der (wie ganz Europa) von der Weltreligion geprägt ist, weiß dies. Deshalb verbietet es der Gestzgeber auch, dass heute z. B. Theather und Opern sowie Diskotheken und andere öffentliche Einrichtungen geöffnet haben.

Manchen Politikern ist genau dies allerdings ein Dorn im Auge. So haben sich grüne Spitzenpolitiker aus NRW schon letzte Woche dafür ausgesprochen, das Tanz- und Theaterverbot am Karfreitag zu kippen – Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) stellte allerdings sofort klar, dass dies unter ihrer Ägide nicht geschehen würde.

In der letzten Zeit ist es anhand verschiedener Ereignisse deutlich geworden, dass das Christentum in der Bevölkerung immer weiter an Zuspruch verliert. Und ss ist natürlich auch klar, dass nicht alle Menschen in NRW oder in Deutschland christlich sind und sich dementsprechend vom Karfreitag nicht betroffen fühlen. Allerdings sollte es doch kein Problem darstellen, die christliche Religion, die die Europäische – und auch deutsche – Kulturlandschaft so stark geprägt hat (und damit auch einen doch starken Bezug zum Tanzverbot hat), an drei Tagen im Jahr zu respektieren. Denn neben dem Karfreitag zählen auch noch der Volkstrauertag und Allerheiligen zu den sogenannten stillen Feiertagen [kleine Rechnung nebenbei: 3 Tage auf ein Jahr bezogen entspricht ungefähr 0,8%]

Insgesamt ist durch diese drei Feiertage nicht ein einziger Prozent des gesamten Jahres betroffen. Da dürfte es doch wirklich nicht so schwierig sein, den heutigen Karfreitag etwas ruhiger zu gestalten und in sich zu gehen, auch wenn man kein Christ ist. Schaden wird es jedenfalls niemandem.