Gedanken zur Woche #1

12. Januar 2014 Ethik, Gesellschaft, Theologie
von Matija Vudjan
Ich habe gestern in den sozialen Netzwerken eine kleine Überraschung angekündigt, et voilà, hier ist sie: Ab sofort stelle ich hier jeden Sonntag Nachmittag meine Gedanken der Woche ein. Ich möchte hier keine langen Argumentationslinien entwickeln, sondern die gesellschaftlichen, ethischen und theologischen Themen, die in der vergangenen Woche relevant waren, hier im Blog aber zu kurz gekommen sind, in kurzer und pointierter Form beschreiben sowie auf diese Weise meine Meinung zum jeweiligen Thema vermitteln.

So weit, so klar? Los geht es!

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Nomen est omen – das Ziel aber bleibt gleich

3. Januar 2014 Gesellschaft, Theologie
von Matija Vudjan
Gegen Ende eines jeden Jahres werden sie in fast schon inflationärer Zahl zelebriert: die Jahresrückblicke. Die Fersehsender strahlten schon Anfang Dezember mehrstündige Sendungen aus; Zeitungen, Magazine und Onlineportale vollzogen den „letzten Akt des Jahres“ standesgemäß am Silvestertag. Wie es in diesem Zusammenhang üblich ist, wurde auch die Person des Jahres gekürt. Viele Medienvertreter wählten hier Papst Franziskus aus.

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Frohe Weihnachten!

25. Dezember 2013 Gesellschaft, Theologie
von Matija Vudjan

Ich wünsche euch – allen meinen Freunden, Bekannten, Lesern und Verfolgern dieses Blogs – ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest! Weil dieser Festtag zu bedeutend – und auch zu schön ist, möchte ich es nicht bei diesen Worten belassen, sondern noch ein paar persönliche Worte hinzufügen.

In den letzten Tagen habe ich oft folgenden Satz gehört: „An Weihnachten bleibt die Zeit stehen.“ Wenn man Land und Leute an den Tagen und Wochen vor Weihnachten sowie am Feiertag selbst betrachtet, so wird klar, dass in diesem Satz viel Wahres steckt. Ist die Vorweihnachtszeit in den meisten Fällen von viel Stress geprägt, so ist all dies spätestens am Heiligen Abend vergessen: auf den Straßen ist überall eine Atmosphäre der Ruhe und des Friedens spürbar.

Theologisch gesprochen ist Weihnachten der Tag, an dem der Logos zum Fleisch wird, oder: der Sohn Gottes geboren wird. Im Traum erscheint dem Joseph ein Engel, der ihm verkündet, dem Neugeborenen den Namen Immanuel zu geben (Mt 1, 21). Übersetzt bedeutet dies „Gott ist mit uns“.

Das ist der Sinn des Weihnachtsfestes: Gott wird zum Menschen, damit er unter uns sein kann. Damit er sich als unbedingt für uns Menschen entschiedene Liebe offenbaren kann.

Weihnachten als das Fest der Liebe Gottes ist gleichsam auch das Fest des Friedens. In diesen Tagen wird dies geradezu deutlich – und zwar über alle gesellschaftlichen und religiösen Schichten hinweg. Ich wünsche mir aber, dass wir verstehen, dass wir Weihnachten nicht nur heute feiern: Im Gegenteil: Weihnachten ist jeden Tag! Die Liebes- und Friedensbotschaft des Weihnachtsfestes gilt durch das ganze Jahr hindurch!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass wir die Botschaft der Geburt des Herrn nicht nur als Botschaft für den heutigen Tag, sondern für jeden einzelnen Tag verstehen – und die besinnliche Stimmung dieser Tage über die Weihnachtszeit hinaus beibehalten.

Frohe und gesegnete Weihnachten euch allen!

Der große Reformator? Oder vielleicht doch nicht?

26. November 2013 Theologie
von Matija Vudjan
Heute ist das erste von Papst Franziskus vollständig selbst verfasste Apostolische Schreiben, Evangelii Gaudium („Die Freude des Evangeliums“) erschienen. Hat der Pontifex bisher in einigen wenigen Interviews sowie durch sein alltägliches Handeln bereits gezeigt, welche Vision er von der Kirche der Zukunft hat, verdeutlicht er dies jetzt das erste Mal in einem öffentlichen Dokument. Welche Aussagen das Dokument trifft und ob man den Papst infolgedessen als großen Reformator bezeichnen kann, möchte ich jetzt kurz erörtern.

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Über das (unnötige) Leid – die Theodizee-Diskussion

14. November 2013 Theologie
von Matija Vudjan
In diesen Tagen erschüttert uns alle die Sturmkatastrophe auf den Philippinen. Fast 3000 Menschen sind nach bisherigen Einschätzungen gestorben; Hunderttausende haben kein Dach mehr über ihrem Kopf und müssen ohne sauberes Wasser und Strom auskommen.
In religiösen und theologischen Diskussionen wird im Zusammenhang mit solchen Tragödien immer wieder die Theodizeefrage gestellt, also die kritische Anfrage, wie Gott solch ein Leid zulassen könne, wenn er doch allmächtig und gütig sei.

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