Gedanken zur Woche #3

27. Januar 2014 Ethik, Gesellschaft, Theologie
von Matija Vudjan

Ja, der Moderationsstil Markus Lanz‘ ist polarisierend. Und im Interview mit Frau Wagenknecht hat er ganz sicher eine Grenze überschritten. Aber: das rechtfertigt nicht den Shitstorm, der gerade auf ihn einprasselt. Wer Sachlichkeit fordert, muss selbst sachlich bleiben!

Ich halte es immer für schwierig, massenhaft den Rücktritt eines „demokratisch“ gewählten Präsidenten zu fordern. In dem Moment aber, in dem man auf seine eigenen Landsleute schießt und sieben Menschen umbringt, ist jede politische Legitimität der Amtsausführung verstrichen!

Ich kann den Kampf des Mannes in Texas für die Abschaltung der lebenserhaltenden Maßnahmen für seine Frau nicht verstehen. Mit der Abschaltung der Geräte ist zwar eine Frau von ihrem Leid befreit worden, gleichzeitig aber ein unschuldiges Menschenleben getötet worden!

Gedanken zur Woche #2

19. Januar 2014 Ethik, Gesellschaft, Theologie
von Matija Vudjan

Die Rede des Papstes zur Lage der Welt ist der endgültige Beweis dafür, dass er im Kern die Linie der Kirche vollkommen weiterführt: Er setzt sich für die am meisten Schutz- und Hilfsbedürftigen ein: die ungeborenen Kinder und die weltweit Hungernden.

Gleichzeitig muss man aber festhalten: Franziskus ist der erste Papst, der die Probleme der Kirche – konkret bezogen auf die Mißbrauchsfälle – in solch einer Schärfe anspricht.

Ich kann zwar den Gedanken dahinter nachvollziehen, aber dennoch glaube ich, dass es von Vorteil gewesen wäre, wenn der Vatikan die Zahl der versetzten Priester nicht so lange geheim gehalten hätte.

Auch eine Reform der NSA wird das Problem nicht lösen. Solange die US-Gesellschaft ihr Verständnis von Macht, Sicherheit und vor allem Privatsphäre nicht ändert, wird man nicht einen Schritt voranschreiten.

Gauck mag Recht haben: Der Liberalismus muss – in seiner Grundform – in der Demokratie einen festen Platz haben. Aber er unterschlägt, dass er in unserer Gesellschaft so verpönt ist, weil er die größte ökonomische und gesellschaftliche Krise in der Weltgeschichte zu verantworten hat.

Als Präsident ist man eine Person des öffentlichen Lebens. Aber das persönliche Liebesleben ist Teil der Privatsphäre. Umso bedauernswerter ist es, dass über die bevorstehenden Reformen in Frankreich kaum berichtet wird.

Gedanken zur Woche #1

12. Januar 2014 Ethik, Gesellschaft, Theologie
von Matija Vudjan
Ich habe gestern in den sozialen Netzwerken eine kleine Überraschung angekündigt, et voilà, hier ist sie: Ab sofort stelle ich hier jeden Sonntag Nachmittag meine Gedanken der Woche ein. Ich möchte hier keine langen Argumentationslinien entwickeln, sondern die gesellschaftlichen, ethischen und theologischen Themen, die in der vergangenen Woche relevant waren, hier im Blog aber zu kurz gekommen sind, in kurzer und pointierter Form beschreiben sowie auf diese Weise meine Meinung zum jeweiligen Thema vermitteln.

So weit, so klar? Los geht es!

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Nomen est omen – das Ziel aber bleibt gleich

3. Januar 2014 Gesellschaft, Theologie
von Matija Vudjan
Gegen Ende eines jeden Jahres werden sie in fast schon inflationärer Zahl zelebriert: die Jahresrückblicke. Die Fersehsender strahlten schon Anfang Dezember mehrstündige Sendungen aus; Zeitungen, Magazine und Onlineportale vollzogen den „letzten Akt des Jahres“ standesgemäß am Silvestertag. Wie es in diesem Zusammenhang üblich ist, wurde auch die Person des Jahres gekürt. Viele Medienvertreter wählten hier Papst Franziskus aus.

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